Theorie der fünf Elemente aus der chinesischen Medizin – Teil 2 von 3

Im Teil 1 (hier nachzulesen) habe ich erklärt wie die fünf Elemente auf dem Yin/Yang-Symbol abgeleitet werden können. Der nächste Schritt ist dann die Erläuterung der Zusammenhänge der Elemente, oder auch die Wandlungsphasen. Im folgenden Entstehungskreislauf versuche ich, anhand von Beispielen zu erklären, wie aus den einzelnen Elementen andere entstehen.

Metall erzeugt Wasser

Fangen wir mit der Wandlungsphase Metall an. In der Theorie der fünf Elemente lässt Metall Wasser entstehen. Wie kann man sich das besser vorstellen? Jeder hat schon mal gesehen, dass sich an Metall kleine Wassertropfen bilden. Die Feuchtigkeit aus der Luft kondensiert an dem kalten Metall. Die alten Chinesen hatten einen anderen Erklärungsansatz und im Grunde ist der auch nicht verkehrt. Das Metall lässt durch die gute Wärmeleitfähigkeit aus Wasserdampf Wasser entstehen.

Wasser erzeugt Holz

Aus Wasser entsteht Holz. Hier braucht man nicht viel Fantasie. Alle Pflanzen brauchen mehr oder weniger Wasser um zu überleben. Denkt man an die Regenwälder, ist auch klar, dass viel Wasser auch viel Holz, oder allgemein Vegetation, entstehen lässt. In der Wüste sieht man das Gegenteil.

Holz erzeugt Feuer

Wenn man die fünf Wandlungsphasen kennt ,ist es jetzt kein großes Geheimnis, dass Holz Feuer entstehen lässt. Schon in der Steinzeit wurde mit Hilfe von Hölzern, die aneinander gerieben wurden, Feuer gemacht.

Feuer erzeugt Erde

Die letzte Wandlungsphase, die noch bleibt, ist Erde. Wenn das Feuer runtergebrannt ist, entsteht Asche. Sie nährt mit ihren Inhaltsstoffen die Erde und lässt sie fruchtbar werden. So entsteht nach einem Waldbrand die Grundlage für neues Wachstum.

Erde erzeugt Metall

Um den Kreis zu schließen, ist zu sagen, dass Erde Metall entstehen lässt. Es ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, woher die Metalle kommen. Bergbau wird schon seit Jahrtausenden betrieben.

So entsteht der Entstehungskreislauf der fünf Elemente oder auch die fünf Wandlungsphasen. Jede der Phasen entsteht durch die vorherige und lässt die nächste entstehen. Ein Ungleichgewicht wirkt sich also unmittelbar auf den ganzen Kreislauf aus.

Neben dem Entstehungskreislauf ist auch noch der Kontrollkreislauf in der chinesischen Medizin wichtig in der Diagnose und Behandlung. Im nächsten Blog gehe ich darauf ein. Wer also weiterhin neugierig ist, kann dort weiterlesen

Theorie der fünf Elemente aus der chinesischen Medizin – Teil 1 von 3

Die chinesische Medizin hat mittlerweile weite Teile der westlichen Welt erobert und viele schätzen die Alternative zur modernen Medizin oder die Kombination beider Theorien und Praktiken. Für sehr viele ist es dennoch ein Buch mit sieben Siegeln. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, hier ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

Von Yin/Yang zu den fünf Elementen

Das daoistische Symbol von Yin und Yang ist, glaube ich, weitestgehend bekannt. Es steht für die polaren Gegensätze und deren Beziehung zueinander. Wie komme ich aber jetzt von dem Symbol zu den fünf Elementen, einer sehr wichtigen Theorie der chinesischen Medizin?

Gehen wir erst einmal von einem Yin/Yang-Symbol aus, welches sich dreht. Wenn man dann einen Punkt auf dem Außenkreis bestimmt und ihm während der Bewegung folgt, entsteht eine Sinuskurve.

Wasser befindet sich unten – Feuer oben

Wenn wir uns die Kurve ein wenig genauer anschauen, gibt es jetzt ein „Unten“ und ein „Oben“. Unten steht für das Wasser und ist blau eingefärbt. Oben steht für Feuer und ist rot.

Holz wächst nach oben – Metall sinkt nach unten

Weiter haben wir einen steigenden Anteil, welcher dem Holz entspricht und hier grün gezeichnet ist. Und wir haben einen absteigenden sinkenden Anteil. Hier ist es der weiße Pfeil, der das Metall symbolisiert.

Die Erde ist die Mitte

Ok, nun haben wir ein „Oben“, ein „Unten“, ein „Aufsteigen“ und ein „Sinken“. Wie kommen wir denn jetzt auf fünf Elemente? Eigentlich ganz einfach. Wir haben, wie so oft im Alltag, die Erde – das in sich Ruhende / die Mitte – vergessen. Sie ist hier gelb/orange dargestellt.

Nun haben wir die fünf Elemente zusammen. Metall, Wasser, Holz, Feuer und Erde. Diese Reihenfolge wird auch als Entstehungskreislauf bezeichnet. Wer darüber mehr erfahren möchte, kann im folgenden Blogbeitrag weiterlesen